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15. Erich Kästner Museumsfestival

„Raus mit der Sprache!“

23.02. – 10.03. 2018


2018 jähren sich das Ende des Ersten Weltkriegs und die politische Neuordnung Europas zum 100sten Mal. Wer die gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Diskurse verfolgt, stellt fest, dass sich sozioökonomische Spannungen und Facetten einer geistigen Atmosphäre zuspitzen, die das öffentliche Leben in Deutschland bereits zwischen 1918 und 1933 bestimmt haben. Erich Kästner, Jahrgang 1899, durchlebte und literarisierte die Ereignisse und Umbrüche zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wie auch viele seiner europäischen Schriftsteller-kollegen. Vor allem seine Gedichte haben Eingang gefunden in das kulturelle Gedächtnis einer vielsprachigen Welt.

Das gibt uns Anlass zu einer mehrgestaltigen Spurensuche: Mit der neuen Kabinettausstellung und im Rahmen der Festivalveranstaltungen wollen wir den Verknüpfungen zwischen individuellem Erfahrungsgedächtnis und gesellschaft-lichen Formen von Erinnerung nachgehen. Was ist erinnerbar, wie wird Erinnerung konstruiert und welche Rolle spielt dabei die Sprache – im Alltag und in verdichteter künstlerischer Form? Wie sind konstruktive Auseinander-setzungen möglich, wenn eine Entzivilisierung von Sprache stattfindet, wenn Schlüsselbegriffe des gesellschaftlichen Miteinanders zu Instrumenten gegen-seitiger Ausgrenzung werden? Was geschieht, wenn emotional aufgeladene Inhalte des sozialen Gedächtnisses nach Systembrüchen nicht in das kollektive Gedächtnis der neuen Gesellschaft aufgenommen werden? Kann es in der globalisierten Moderne auf der Grundlage gemeinsam erinnerter Unmenschlich-keit ein universales moralisches Gedächtnis geben?


Festivalprogramm

Freitag, 23. Februar, Erich Kästner Geburtstag, 19 Uhr
„Als ich zwei kleine Jungen war…“ 
Eine fantastische Reise auf den Spuren Erich Kästners mit Mike Zaka Sommerfeldt

 
Setzen Sie sich bequem hin & machen Sie sich auf den Weg! - Auf den Spuren Erich Kästners durch ein Dresden, das es so nicht mehr gibt. Und durch eines, das es so noch nicht gibt. Es sei denn, der Kalender zeigt den 35. Mai... Egal ob Kenner oder Neuling in Dresden oder in Sachen Kästner - es gibt allerhand Wiederentdeckungen und neue Einblicke in unsere geschichts- & geschichtenträchtige Stadt an der Elbe. Denn zum 61. Jubiläum von "Als ich ein kleiner Junge war" schlagen wir auch eine Brücke zu einem anderen Kästner-Klassiker, dem "35. Mai". 

Damit Sie auf dieser Reise zwischen den Kästner-Figuren, zwischen Realität und Fantasie, zwischen Gestern und Heute nicht verloren gehen, haben wir als Reiseleiter den Dresdner Schauspieler Mike Zaka Sommerfeldt engagiert, der mit seiner langjährigen Erfahrung als Spurensicher in der ZDF-Krimiserie "SOKO Stuttgart" dafür sorgen wird, dass Sie sicher & wohlbehalten wieder in der Villa am Albertplatz landen. 

Audiovisuell begleitet Sie eine urbane Raum-/Zeit-Filmcollage des Architekten und Lichtdesigners Ruairí O’Brien.

Erwachsene, auch in Begleitung ihrer Kinder, sind ausdrücklich erwünscht!

Eintritt 9 €, ermäßigt 5 €

Sonntag, 04.3., 11 Uhr
Eröffnung der Kabinettausstellung /Poesie-Tankstelle im Literaturcafé

Das Gegenteil von Sprache, so der Schriftsteller Durs Grünbein, ist die Gedächtnislosigkeit, und das Beste, was sich aus ihr machen lässt - Dichtung. Auch Erich Kästner erprobte und pflegte die lyrische Form; oft verband er sie mit menschlichen Grunderfahrungen und den Zivilisationsbrüchen seiner Zeit. Neben Gedichten und Epigrammen Kästners zeigt das LOTTE-Modul auch Texte anderer europäischer Dichter im Kontext des Ersten Weltkriegs. Flankiert wird die Sammlung von zeitgeschichtlichen Analysen und Beispielen kultureller Erinnerung. LUISE, das Zwillingsmodul, nähert sich der Gedächtnis- und Erinnerungsthematik über die Fragestellungen, wie der Mensch zu seiner Identität kommt, auf welche Weise er Erfahrung und Wissen erwirbt und wie er daraus Visionen eines zukünftigen Miteinanders entwickeln kann.

In der Ausstellung gilt es, so manche Nuss zu knacken. Sprache pointiert einzusetzen, ist eine davon. Uta Hauthal lädt mit ihrem Poesieprojekt dazu ein, Meister*innen der verdichteten Textform kennenzulernen.
Der Eintritt ist frei.

Montag, 05.3., 19 Uhr
Der Engelfotograf. Eine Kindheit in Kalabrien Lesung und Gespräch mit Gino Chiellino

In betörenden Bildern erzählt der Autor, dessen Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist, von der Befreiung aus traumatisierenden Verhältnissen und dem Auffinden einer neuen Sprache für das eigene Leben.
Moderation: Michael G. Fritz
Eintritt 7 €, ermäßigt 4 €

Dienstag, 06.3., 19 Uhr
Gestammel & Geschrammel - das literarische Gitarrenkonzert mit Frank Fröhlich

Fröhlich verbindet eigene Kompositionen mit Texten von Wilhelm Busch, Heinrich Heine, E.T.A. Hoffmann, Erich Kästner und Friedrich Schiller zu einem amüsanten musikalisch-literarischen Hörerlebnis ersten Ranges.
Eintritt 9 €, ermäßigt 5 €

Donnerstag, 08.3., 10 Uhr
Babelsprech und Falsche Freunde

Eine vielsprachige Werkstattwelt für Tüftler von 11 bis 13 Jahren
Der Eintritt ist frei.

Donnerstag, 08.03., 19 Uhr
evolve Salon - Postmoderne und darüber hinaus. 1968-2018

Gemeinsames Gespräch mit den Gastgebern Mike Kauschke und Uta Hauthal
Wir leben, wie es scheint, in einer Zeitenwende. Was können Menschen, denen eine neue Bewusstseinskultur ein persönliches Anliegen ist dazu beitragen, dass diese neue Zeit mit all ihren Verwerfungen auch eine Zeit zu einem neuen Aufbruch wird?
Der Eintritt ist frei. Voranmeldung erforderlich

Freitag, 09.03, 19 Uhr
Der Schatten des Krieges und der Schein der Freiheit. Ansichten zur Kultur- und Geistesgeschichte der Zwischenkriegszeit
Vortrag und Diskussion mit Dr. Justus H. Ulbricht

Zwischen Kriegsende 1918 und Demokratie-Verendung 1933 formierten sich sofort jene Kräfte, deren kulturkritische Distanz zur „Moderne“ sich mit den Aversionen gegen die demokratische, plurale – und folglich widersprüchliche - Gesellschaft verbindet. Die erste deutsche Republik ist lange untergegangen; einzelne Facetten ihrer geistigen Atmosphäre und bestimmte Denkfiguren sind es nicht.
Eintritt 7 €, ermäßigt 4 €

Samstag, 10.3., 11 Uhr
Familienparcours durch das Erich Kästner Viertel

Gemeinsam mit Emil gilt es, an mehreren Orten der Dresdner Neustadt Text-Hinweise zu finden, die ein wichtiges Rätsel um Erich Kästner auflösen.
Treffpunkt: Erich Kästner Museum im Literaturhaus Villa Augustin
Zeitlicher Umfang: ca. 2 Stunden
Teilnahmegebühr: 8 €

Samstag, 10.03., 18 Uhr
Soziales und kollektives Gedächtnis
Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Aleida Assmann
(angefragt)

Jedes „Ich“ ist verknüpft mit „Wir-Gruppen“, von denen es wichtige Grundlagen der eigenen Identität bezieht. Welche Rolle spielt dabei der kommunikative Austausch? Wie kommt man als Individuum zu einem sozialen, einem kollektiven und einem kulturellen Gedächtnis? Lassen sich nationenübergreifende Gedächtniskulturen entwickeln?
Moderation Justus H. Ulbricht                   
Eintritt 9 €, ermäßigt 5 €

14. ERICH KÄSTNER MUSEUMSFESTIVAL

13 – 25. Februar 2017

Kommunik@estner

Von der Brieffreundschaft zur Weltvernetzung

Rund um Erich Kästners Geburtstag laden wir Sie zu einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm mit spannenden Gästen ein: es gibt Lesungen, eine Kunstwerkführung, Vortrag + Workshop, die Eröffnung unserer neuen Kabinettausstellung, eine Filmvorführung und den Rätselparcours im Erich Kästner Viertel.    

Montag, 13.02, 11 Uhr
„Slaughterhouse Five“ – Führung und Gespräch mit Ruairí O’Brien
Das Erich Kästner Museum startet parallel eine Vonnegut-Kofferausstellung.
Führungsort: Messe Dresden, Halle 1
Eintritt frei, um Voranmeldung unter Tel. 8996888 oder 4458101 wird gebeten

Freitag, 17.2., 17 Uhr
„Sein letzter Besuch. Erich Kästner in Dresden“
Veranstaltung zur Lesung Kästners am 17.2.1967 im Gobelinsaal der Gemäldegalerie.
Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Augustin
Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 22.2., 19 Uhr
„Digitale Medien, außerschulische Lernorte“ – Vortrag und Workshop mit Prof. Jorge Groß, Universität Bamberg
Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Augustin
Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €

Donnerstag, 23.2. -118. Geburtstag Erich Kästners - 11 Uhr
Rätselparcours mit Emil durch das Erich Kästner Viertel

Treffpunkt: Erich Kästner Museum im Literaturhaus Villa Augustin
Zeitlicher Umfang: ca. 2 Stunden, Teilnahmegebühr: 8 €

Donnerstag, 23.2. -118. Geburtstag Erich Kästners - 18 Uhr
Eröffnung der neuen Kabinettausstellung mit Umtrunk und anschließender DVD-Vorführung „Alles über Eva“
(Dialogbuch von Erich Kästner)
Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Augustin
Der Eintritt ist frei.

Freitag, 24.2., 19 Uhr
Handbibliothek der Unbehausten – Neue Gedichte
Lesung und Gespräch mit Volker Braun

Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Augustin
Eintritt 9 €, ermäßigt 5 €

Samstag, 25.2., 17 Uhr
Als ich zwei kleine Jungen war…
Eine fantastische Reise auf den Spuren Erich Kästners mit Mike Zaka Sommerfeldt (literarischer Reiseleiter) und Ruairí O’Brien (Visualisierung)

Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Augustin
Eintritt 9 €, ermäßigt 5 €, Familienkarte 16 €

Kartenbestellungen unter Tel. 0351 – 8045086 sowie info(at)erich-kaestner-museum(dot)de
Informationen unter www.erich-kaestner-museum.de, www.Facebook.com/Erich.Kaestner.Museum

 

Kartenverlosung:

Bis Montag, 20. Februar, gibt es 2x2 Karten zu gewinnen für folgende Veranstaltungen:

23.2., 11 Uhr Familienparcours durch das Erich Kästner- Viertel
24.2., 19 Uhr „Handbibliothek der Unbehausten“ – Lesung und Gespräch mit Volker Braun
25.2., 17 Uhr „Als ich zwei kleine Jungen war…“  – Fantastische Reise auf den Spuren Erich Kästners

Tel: 0351 - 804 50 86  Email: info(at)erich-kaestner-museum(dot)de

 

 

Erich Kästner Museumsfestival 2016

11.2.16: Kästner-International
23.2.16 Musikalisch-literarisches Programm: Thomas Kressmann und das "Mercurius-Duo"
23.2.16 Eröffnung der Kabinettausstellung "Erich Kästner und der heilige Hieronymus"
24.2.16 "Kulturnation und Nationalkultur": Friedrich Dieckmann
25.2.16 Bildvortrag: Literatur als Architekturbarometer
25.2.16 Bildvortrag (2)

 

Rückblick auf das 13. Erich Kästner Museumsfestival
„Erich Kästner und der heilige Hieronymus“
11. – 25. Februar 2016

 

Dieses Jahr fand im Zuge des 117. Geburtstags Erich Kästners das 13. Erich Kästner Museumsfestival statt. Die erste Prologveranstaltung am Abend des 11. Februar brachte Geflüchtete und Dresdner in der Villa Augustin zusammen. Unter dem Motto „Kästner-International“ wurden Texte von Kästner auf Arabisch, Englisch, Deutsch, Farsi und Türkisch vorgelesen und eigene kleine Geschichten erzählt. Als #WOD-Folgeveranstaltung des „Meet new friends – Begegnungsfest für Refugees und Leute von hier“ fand ein Get together kulturell interessierter Menschen in einem offenen Rahmen statt.

 

Die zweite Prologveranstaltung am 12. Februar stand im Zeichen des Jahrestages der Zerstörung der Stadt Dresden im Februar 1945. Im Haus 1 der Messe Dresden konnten Besucher die Gedenkwand „Slaughterhouse Five“, eine multimediale Literatur- und Lichtskulptur Ruairí O’Briens, kennenlernen und erfuhren in seiner Führung mehr über den Originalschauplatz von Kurt Vonneguts gleichnamigem berühmtem Anti-Kriegsroman. Ein anschließendes Gespräch mit dem Künstler vermittelte den Interessierten Details über die Metamorphose der Stadt Dresden nach 1945.

 

Am 23. Februar feierten wir den 117. Geburtstag Erich Kästners mit einem spritzigen musikalisch-literarischen Programm. Der Schauspieler Thomas Kressmann und das „Mercurius-Duo“ (Christoph Geibel an der Violine und Alexander Köhler am Piano) ließen in ihrem Programm „Der tägliche Kram“ Erich Kästner in vielen Facetten – charmant, nachdenklich, ermahnend und erheiternd - zu Wort kommen und sorgten für einen inspirierenden Abend. Im Anschluss öffneten wir für die Besucher die Türen zu unserer neuen Kabinettausstellung „Erich Kästner und der heilige Hieronymus“. Das Gemälde „Der heilige Hieronymus im Gehäus“ des Renaissancekünstlers Antonello da Messina war für Ruairí O’Brien eine der Inspirationen für das architektonische Konzept des Erich Kästner Museums. Die Ausstellung beleuchtet den ideengeschichtlichen Leitfaden, der den gelehrten Kirchenvater aus der Antike über die Renaissance und die Aufklärung mit Erich Kästner und mit unserem speziellen Mikromuseumskonzept verbindet. Dieser Leitfaden ist das HUMANITAS-Konzept, das in der römischen Antike seinen Anfang genommen hat und bis heute – trotz aller Irrwege - prägend ist für die Weltgesellschaft. Nicht zuletzt ergeben sich daraus wichtige Fragestellungen für das aktuelle Zeitgeschehen, auch im Hinblick auf Migration und Nationalkultur.

 

Das vielseitige und spannende Thema Nationalkultur griff der renommierte Autor Friedrich Dieckmann in seiner Lesung am 24. Februar unter dem Titel „Kulturnation und Nationalkultur – von alten und neuen Herausforderungen“ auf. Er präsentierte Auszüge aus seinem noch unveröffentlichten Essay und bot einen Deutungsversuch über deutsche Selbstbestimmung in der Krise unter der Frage „Gibt es in der globalisierten Welt noch eine Nationalkultur?“. Die anschließende Diskussion, moderiert von Hans-Peter Lühr, bot den Besuchern die Möglichkeit, sich kontrovers mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

 

Das Museumsfestival wurde ganz im Zeichen Erich Kästners am 25. Februar abgerundet mit einem Bildvortrag des Museumsarchitekten Ruairí O’Brien. Unter dem Titel „Als ich ein kleiner Junge war – Kästners Stadt vor 1945. Literatur als Architekturbarometer der Zeit“ zeigte O’Brien eindrucksvoll, wie sich die Stadt Dresden zu Lebzeiten Erich Kästners, auch anhand seiner Kindheitserinnerungen, präsentierte. Er setzte sich kritisch mit der Erinnerungskultur und dem bürgerschaftlichen Engagement für ein weltoffenes, nachhaltiges Denken auseinander und stellte dabei stets die ideellen Verbindungen zu Kästner und dessen Vorstellungen her. Die Besucher erhielten vielseitige Impulse für ihre persönliche Auseinandersetzung mit diesen zeitgenössischen Themen.

Julia Abram

 

 

Überblick über vergangene Festivals

2004   Perfektion / Imperfektion

2005   Zeitmaschine

2006   Trojanisches Pferd

2007   Konstruktion

2008   Globalität

2009   Mobilität

2010   Generationen

2011   Schatzkiste

2012   Gegensatz und Widerspruch

2013   Von Baske bis Zylinder

2014   Lebenszyklen - Vom Gehen und Bleiben

2015   Aufbruch. Neue Räume - Neue Wege

2016   Erich Kästner und der heilige Hieronymus

 

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